Antonia Stängl
Aufwachsen im Gleichgewicht

Würdigungen

Ich möchte an dieser Stelle besonders die beiden "Grandes Dames" der achtsamen Pädagogik würdigen, die mit ihrer außergewöhnlichen Arbeit den Grundstein legten für eine Pädagogik, in der das Kind und seine natürlichen Entwicklungsbedürfnisse im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen:


Maria Montessori (1870 - 1952)

"Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren."

Maria Montessori verdanken wir einige der wichtigsten Erkenntnisse über das Lernen und die Entwicklung von Kindern: 

Kinder lernen aus sich selbst heraus, aus ihrer Neugier und ihrer Freude am Entdecken dieser Welt. 

Kinder lernen und entwickelt sich nach ihrem eigenen, individuellen Entwicklungsplan, der respektiert werden will. 

Kinder lernen durch aktives Tun, in der intensiven körperlichen und geistigen Auseinandersetzung mit den Dingen und Menschen ihrer Umgebung.

Um sich auf diese Weise "selbst erschaffen" zu können, brauchen Kinder respektvolle BegleiterInnen und eine passende Umgebung, die ihnen die Sicherheit und die Möglichkeiten für diese wichtige Arbeit bieten.


Emmi Pikler (1902 - 1984)

"Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen, als eines, dem die Lösung fertig geboten wird."

Als Kinderärztin kam Emmi Pikler schon früh zu der Erkenntnis, dass Säuglinge und Kleinkinder neben einer liebevollen und achtsamen Pflege vor allem eine ungestörte Bewegungsentwicklung für ihr gesundes Aufwachsen brauchen. 

Nachdem sie diese Erkenntnis bei der Erziehung ihrer eigenen Tochter bestätigt fand, hat sie ihr Leben der Umsetzung und Vertiefung dieser Grundgedanken gewidmet.

Im Säuglingsheim "Lóczy" in Budapest, das sie gründete, und viele Jahre lang leitete fand sie die Möglichkeit, ihre pädagogischen Ansätze konsequent umzusetzen und durch Forschung zu dokumentieren.


Eine detaillierte Biographie von Emmi Pikler finden Sie hier: Pikler-Hengstenberg-Gesellschaft Österreich